Eine sehr besondere Golfrunde!
Jaaaa …. Man glaubt es kaum, man kann auch auf Grönland golfen. Ein paar golfbegeisterte Menschen haben bereits im Jahr 1992 den Club gegründet. Mangels Außenplatz wurde vorerst auf Simulatoren gespielt. Um einen richtigen Platz realisieren zu können, wurde Erde aus Dänemark per Container verschifft und Rollrasen aus Island importiert. Ein Gelände, welches für den Platz geeignet war, wurde in der Nähe des Flughafens gefunden. Das ist hier gar nicht so leicht, weil der Boden sehr steinig und felsig ist und außerdem sehr hügelig. Aber hier auf Nuuk ist sowieso alles sehr eng beieinander.
Das Wetter hat gepasst, wir hatten es auf Grönland nur mit strahlendem Sonnenschein und meistens wolkenlosem Himmel zu tun. Einheimische haben uns bestätigt, dass es der bisher schönste Tag des Jahres war. Kurze Ärmel waren angesagt. Was uns sehr gefreut hat, in den Tagen davor auf Island hatten wir es zwar auch meistens trocken, aber nicht immer warm.
Vom Quartier zum Golfplatz waren es nur knappe 4 km, aber die sind wir wohlweislich mit dem Taxi gefahren, um unsere Kräfte zu schonen. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen. An dem Wochenende hat das Eröffnungsturnier stattgefunden und so konnten wir erst am Nachmittag im Anschluss daran eine Teetime bekommen. Aber als wir ankamen, stand das Leihbag schon bereit, auch die Bälle bekommt man hier zur Verfügung gestellt. Spätestens wenn man den Platz gesehen hat, weiß man auch warum. 😉
Für uns ungewöhnlich, hier aber nicht anders machbar: ein Tragebag, denn mit einem Wagerl kommst nicht weit. Damit habe ich die ersten drei Löcher lang gekämpft, dann hatte ich mich daran gewöhnt.
Das erste Loch geht noch gerade, schon beim zweiten Loch muss man über den steinigen Hügel hinauf. Und so geht es weiter abwechselnd hinauf und hinab. Für das dritte Loch haben wir schon im Clubhaus dankenswerterweise Anweisungen bekommen, um nicht in Richtung der Sieben zu spielen, welches sichtbar ist. Das Grün der Drei versteckt sich hinter einem kleinen Berg, den man überspielen muss. Am Grün der Sieben stand dann aber ein anderer Golfer, der uns suchend gesehen hat und uns in die richtige Richtung gewunken hat.
Viele der Abschläge sind recht spannend. Es sind Matten, doch das ist noch nicht das Spannende dran. Es sind manchmal kleine erhöhte Holzterrassen, auf denen die Matten liegen, weil der Boden so uneben ist, dass man nicht man eine Matte drauflegen könnte. Halleluja! Die Videos, die auf der Homepage des Clubs veröffentlicht sind, zeigen die Bahnen sehr eindrücklich.
Aufgrund der restriktiven Gepäckbestimmungen hatten wir keine Golfschuhe dabei. 6 kg Handgepäck musste reichen, ein Aufgabekoffer hätte zusätzlich über 200 Euro gekostet. Die Wanderschuhe sind aber sowieso angebracht, wenn man über Stock und Stein wandelt. Aber es gibt auch richtiges Fairway und Wasser. Die vielen Bälle, die man ins Bag gepackt bekommt, braucht man auch. Springt der Ball doch manchmal irgendwohin auf Nimmerwiedersehen, wenn er auf den Felsen trifft. Und dann trifft einen das Glück. Ich schlage auf der Acht ab, mein Ball landet am Grün und der 2m-Patt gelingt. Ein echtes grönländisches Birdie, … das bleibt unvergesslich. So wie die ganze Runde.
