Dies ist bislang wohl der nördlichste Platz, den wir gespielt haben. Wenn es möglich ist, einen Städtetrip mit einer Golfrunde zu verbinden … warum nicht?
In der Karwoche haben wir Riga besucht. Natürlich interessieren wir uns auch für die Gegend, so sind wir auch zum Meer gefahren. Mir war nicht bewusst, dass Lettland so flach ist. Im April war die Landschaft noch relativ karg, doch der Golfplatz war schon geöffnet. Dass wir uns noch ganz am Beginn der Saison befunden haben, haben wir bei der Anreise gemerkt. Im Vorfeld wollten wir wissen, ob das Restaurant geöffnet ist. Nein, das war es nicht, so haben wir uns vorsorglich mit Baguette, Käse und einem guten Getränk versorgt. In der Früh war der Koch da, sodass wir ein vorzügliches Frühstück erhalten haben.
Tatsächlich waren wir an dem Tag die einzigen Gäste. Umso ärgerlicher, dass wir vor unserer Runde auschecken sollten. Die diensthabende Rezeptionistin wusste es nicht besser. Also Frühstücken, Sachen packen und zur Rezeption zum Auschecken. Nur um dann dort von der Kollegin zu erfahren, dass wir doch noch im Zimmer bleiben dürfen, um nach der Runde noch zu duschen.
Unsere Runde haben wir dann ein wenig hektisch begonnen, denn irgendwie habe ich meinen Handschuh auf dem Weg zum Abschlag verloren. Überraschend waren noch andere Golfer da, die nach uns abschlagen wollten, somit blieb keine Zeit zum Suchen. Also habe ich mir einen neuen Handschuh gekauft. Mit Hektik eine Runde zu beginnen ist niemals gut, so hat es ein wenig gedauert, bis wir ins Spiel gekommen sind.
Der Platz selbst ist anspruchsvoll, gespickt mit Wasserhindernissen und Sandbunkern. So lebt die Herausforderung. Zwischendurch konnte ich sogar mein Regenschirmbild machen. Ich habe mir einen Regenbogen-Knirps zugelegt. Damit ich in Zukunft auch auf meinen Auslandsreisen die richtigen Regenschirm-Fotos machen kann. Dass es an dem Tag stürmisch gewesen ist, kann man auf dem Bild erkennen.
Der neue Handschuh war aus wunderbarem feinem Leder und hatte nach ein paar Schlägen einen Riss. Tjo. Irgendwann haben wir es geschafft, uns auf die Runde zu konzentrieren und das Spiel zu genießen. Nach dem 9. Loch bin ich zum Pro-Shop gegangen, um den Handschuh zu reklamieren. Keiner da. Ich bin ins Zimmer gelaufen und dort lag mein eigener Handschuh ganz unschuldig und wartete drauf, mitgenommen zu werden. Nochmals Tjo.
Nach der Runde konnte ich reklamieren und ich habe dann anstandslos einen neuen Handschuh bekommen. Das hat mich ein wenig versöhnt. Gemeinsam mit dem Kaffee und dem tollen Kuchen, den wir dann noch genießen konnten.
Ich würde sagen, diese Runde gehört zu den aufregendsten – im ursprünglichen Sinn des Wortes – die ich je gespielt habe.

